Die letzten beiden Jahre führten Anke-Sophie von Stralsund über die Niederlande und Frankreich zur irischen Süd- und Westküste bis zu den Äußeren Hebriden. Den Winter 2021/2022 verbrachte sie in Oban. 2022 besuchten wir die Orkney und Shetland Islands und segelten bis zu den Lofoten in Norwegen und wieder zurück nach Stralsund. Dieses Jahr waren nur kürzere Törns in der Ostsee geplant.
Über Ostern machen wir das Schiff klar und segeln dann mehrere verlängerte Wochenenden in heimischen Gewässern. Über den 1. Mai fahren wir zusammen mit Stefan P. im Urzeigersinn um Rügen. Wir haben wunderbare Segeltage und schöne Aufenthalte in Kloster und Lohme, genießen die Kreidefelsen und in Gager kommt Pia dazu und wir wandern über das Mönchsgut.










Den Herrentag, wie Himmelfahrt bei den Leipziger Sportfreunden genannt wird, feiern wir im Hafen Peenemünde Nord im Rahmen einer weiteren Umrundung Rügens, diesmal gegen den Urzeigersinn mit Werner und Veit an Bord der Anke-Sophie. Wir wandern von Lohme bis zur Stubbenkammer und sehen uns den neuen Skyway über den Königstuhl an. Abschließend machen wir noch schöne Streifzüge über Hiddensee.













Über Pfingsten segelt die traditionsreiche Crew mit Dorothé und Thomas, ergänzt um ihren Patensohn Henry rund Usedom bei wechselnden Winden über Lubmin und Rankwitz. In Świnoujście gehen wir – sehr gut – polnisch essen.











Auf dem Törn im Juni nach Hiddensee mit Christl und Harald blüht endlich der Ginster.




Im Sommer segelt Paul mit seinen Freunden Krissi, Mathis mit Doro und Friedi zwei Wochen mit Anke-Sophie, während Annette und ich die Orkney Islands zu Fuß durchwandern. Als wir letztes Jahr zu wenig Zeit mit Anke-Sophie dort hatten, entstand der Wunsch, das nachzuholen. Wir nutzen Fähren und Bahn, um unsere wundervollen Ziele zu erreichen.
Anfang August übernehmen wir die Anke-Sophie und wollen dahin segeln, wohin der Wind uns weht, mal ganz ohne Programm, was einen hohen Erholungswert hat. Es geht nicht um Seemeilen, sondern um Genuss. Wir nutzen den Westwind, um über Barhöft nach Møn zu segeln. Der frische Westwind veranlasst uns, den Øresund über Skanør nach Helsingborg zu segeln. Thomas Gerlitz mit Anja und Irma kommen uns auf der SY Team entgegen, wir sehen uns leider nur durch das Fernglas, verfolgen aber unseren Standort und hoffen uns später zu treffen. Der nächste Segeltag bei schönem Wetter und leichten Winden wird uns durch eine sehr unangenehme Welle aus dem Kattegat verübelt, sodass wir uns kurzentschlossen in Gilleleje vor dem Geschaukel durch die Welle bei wenig Wind verkriechen. Warum gegen Wind und Welle kreuzen, wenn am nächsten Tag endlich einmal Ostwind angesagt ist.








Wir stehen um 5 Uhr auf, um den Tag zu nutzen und um vor dem angekündigten Sturm unser Ziel Samsø zu erreichen. Wir segeln die 62 sm in 10 Stunden fast bis vor den Hafen unter Spi. Das Anlegemanöver wird schwierig, da Wind und Welle aus Osten direkt im Hafen stehen und wenig Raum für Manöver ist. Wir sind froh, dass es ohne Schäden glückt, und vertäuen das Schiff ordentlich vor dem Wind, der uns nun drei Hafentage verordnet. Wie erwartet dreht er von Ost auf Nordwest und wir liegen hier sicher. Zeit für Landausflüge: 16°, Regenschauer, Wind > 50 kn aus NW klingen nicht gerade nach Sommer. Uns kann das nicht schockieren, denn wir sind das aus Irland, Schottland und Norwegen in den letzten zwei Jahren gewohnt. Wir nutzen den kostenlosen Busservice (der sollte bei uns zuhause auch endlich eingeführt werden) und unternehmen ausgiebige Wanderungen zum Norden der Insel.









Nach drei Tagen mit viel Wandern und Lesen düsen wir bei weiter strammem Westwind den großen Belt nach Süden bis zu der kleinen Insel Agersø. Ich kenne die Insel noch vom letzten Besuch, damals mit Thomas K., Fernando und Veit.






Den folgenden Tag funktioniert es weiter mit dem Wind, der inzwischen auf Süd gedreht hat und uns weiter halben Wind entlang des Smålandsfarvandet (das Fahrwasser zwischen Sjælland und Lolland) bringt, das dann in den Grønsund mündet. Wir machen nach einem gemütlichen Tag an Bord und weiteren 44 sm in Hesnæs fest und leiten den Abend mit einem Aperitif im netten Café ein.
Am nächsten Morgen stehen wir um 5 Uhr auf, denn wir wollen die Ostsee überqueren nach Darßer Ort und wissen aus den Wettervorhersagen, dass der Wind gegen Mittag einschlafen wird. Beim nochmaligen Prüfen des Wetters am Morgen werde ich unsicher, der Wind kommt nun doch östlicher als Süd und es sind Böen bis 35 kn angesagt, es liegen Gewitter in der Luft. Wir sind vernünftig und lassen es sein, denn wir haben keinen Druck und sind lieber vorsichtig, denn Gewitter auf See versuchen wir zu vermeiden. Wir gehen nach dem Frühstück wieder in die Koje und wandern später die Küste bis zum Grønsund entlang. Es ist für uns immer wieder ein schönes Erlebnis, eine Landschaft aus einer anderen Perspektive nun zu Fuß zu sehen und wir sind froh, auch auf Falster eine Wanderung gemacht zu haben.
Am nächsten Morgen stehen wir wieder um 5 Uhr auf, um gleich abzulegen, frühstücken können wir auf See. Das Ziel ist nun Kloster auf Hiddensee und wir haben in der Prognose gesehen, dass der Wind um die Mittagszeit abnehmen wird. Wir haben 15 kn Wind aus West und können raumschots über die Ostsee fliegen unter Groß und Spi. Ich lege mich in den Salon, um ein wenig Schlaf nachzuholen, bis mich ein Ruf von Annette weckt: „Der Spi geht kaputt“; ich hechte an Bord und sehe das Elend. Der gesamte Spi ist zerrissen. Nach 19 Jahren intensiven Segelns ist er wohl nun doch mürbe geworden. So ein Mist, noch eine Neuanschaffung…










In Kloster freuen wir uns auf Anja und Thomas G. mit der 7 Monate alten Tochter Irma. Die Eltern haben 4 Monate Elternzeit auf der „Team“ verbracht. Irma ist nun mit allen Wassern gewaschen, sie wird wohl eine echte Seefrau, denn sie hat nun mehr als die Hälfte ihres Lebens auf See verbracht. Annette und ich verbringen unseren letzten Tag auf Hiddensee mit Baden, Spaziergängen und Kaffeetrinken im Gerhard-Hauptmann-Haus und mit Fischbrötchen bei Willi. Ein richtiger Sommertag, wie wir ihn dieses Jahr bisher an Bord nicht kannten, mit der Folge, dass wir das letzte Stück bis Hiddensee über die Hälfte motoren müssen.